Musikklassen an

der Gesamtschule Iserlohn

Home
e-mail

Wir über uns Konzepte Bilder Hörbeispiele Auftritte/Presse Aktionen Gästebuch

Konzept für Klassen mit
musikpraktischem Schwerpunkt
an der Gesamtschule Iserlohn


Erstmalig richtete die Gesamtschule Iserlohn im Schuljahr 1998/99 eine Klasse des 5. Jahrgangs mit musikpraktischem Schwerpunkt ein. Da dieses Konzept bei Eltern und Schülern auf sehr großes Interesse stieß, wurde dieses Angebot auch in den weiteren Schuljahren aufrechterhalten. Mittlerweile ist diese besondere Form der Musikförderung ein fester Bestandteil des Schulprogramms der Gesamtschule Iserlohn.
Im Mittelpunkt der ‘Musikklasse’ steht der Aufbau eines Klassenorchesters im Rahmen des regulären Musikunterrichts. Um dieses Ziel zu erreichen, erhält jeder Schüler dieser Klasse zusätzlich Instrumentalunterricht.


Begründung
• Angesichts der immer notwendiger werdenden stärkeren Beachtung der erzieherischen Aufgaben der Schule, geraten wissenschaftliche Erkenntnisse ins Blickfeld. So ist seit langem belegt, daß die Verstärkung der musikpraktischen Anteile des Musikunterrichts (Singen, Musizieren) sowohl die allgemeinen Grundbedingungen des Lernens (Konzentrationsfähigkeit, Motivation, positives Gruppenklima und Sozialverhalten) als auch die Leistungsfähigkeit in den anderen Fächern nachhaltig positiv stark beeinflußt.
• Musikmachen ist die fundamentale musikalische Handlungsweise. Sie stellt ein menschliches Grundbedürfnis dar, eröffnet elementare Gestaltungsmöglichkeiten, hat positive Einflüsse auf die Persönlichkeitsstruktur und bildet eine wesentliche Basis für ein weitreichendes Musikverständnis.
• Der Besuch einer Ganztagsschule ist für die meisten Schülerinnen und Schüler aus zeitlichen Gründen gleichbedeutend mit dem Verzicht auf Instrumentalunterricht. Die Gesamtschule als Ganztagsschule hat hier die Aufgabe, ein Angebot einzurichten, welches allen Schülerinnen und Schülern ermöglicht, ein Instrument zu erlernen.
• Das Angebot des erweiterten Musikunterrichts fügt sich in bereits bestehende musisch-künstlerische Elemente unseres Schulprogramms ein (z.B. WP I - Kurse im Fach Darstellen und Gestalten) und baut diesen Schwerpunkt im Sinne einer kontinuierlichen programmatischen Weiterentwicklung unserer Schule aus.


Das Konzept des ‘musikpraktischen Schwerpunkts’

Die Grundlage für den Musikunterricht in der Musikklasse bildet der jeweils gültige Lehrplan. Entscheidende Erweiterungen sind in dem selbstverständlicheren praktischen Umgang mit Musik zu sehen. Das bedeutet konkret, dass den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben wird, im Rahmen eines alle Schülerinnen und Schüler umfassenden Klassenensembles, ein von ihnen bereits erlerntes oder ein noch zu erlernendes Instrument zu spielen. Eine derartige Erweiterung hat nicht so sehr zusätzliche Unterrichtsinhalte zur Folge, sondern intendiert neben der Persönlichkeitsbildung und der Stärkung sozialer Fähigkeiten insbesondere gefestigteres Wissen und sichereren Umgang der Schüler mit Musik. Ein Großteil der vom Lehrplan geforderten Sachverhalte wird dabei im Rahmen des gemeinsamen Musizierens, Probens und Aufführens nicht nur abgedeckt, sondern auch intensiver erlebt und somit grundlegend erlernt. Aufgabenfelder, die zum Teil nicht über den musikpraktischen Weg thematisiert werden können (z.B. Musik und Bewegung, Musik in den Massenmedien), werden in entsprechenden Unterrichtseinheiten berücksichtigt.

In den Klassen 5 bis 8 wird der Musikunterricht in der Klasse mit erweitertem Musikunterricht zweistündig (je 60 Minuten) erteilt. Dies führt zu einer Erweiterung der Stundentafel für diese Klasse um eine Stunde. Da die Schülerinnen und Schüler wegen des zusätzlichen Instrumentalunterrichts (s.u.) von der AG-Verpflichtung befreit sind, wird diese zusätzliche Stunde während der AG-Zeit oder im Anschluss an den regulären Unterricht erteilt.

In den Klassen 9 und 10 sowie in der Oberstufe wird den Schülerinnen und Schülern die Fortführung des Ensemblespiels im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft angeboten. Diese findet am frühen Dienstagabend statt.

Eine wesentliche Grundlage des vorliegenden Konzepts ist der ständige Bezug zwischen der Ensemblearbeit im Musikunterricht einerseits und dem Instrumentalunterricht andererseits. Deshalb wird der von externen Instrumentallehrern erteilte Unterricht von der Schule organisiert und inhaltlich mit dem Vorgehen im Musikunterricht abgestimmt. Rechtlicher Träger ist der Förderverein der Schule.

Zu Beginn des Jahrgangs 5 lernen die Schülerinnen und Schüler der Musikklasse im Musikunterricht die Instrumente des Klassenorchesters kennen: Flöte, Klarinette, Alt- und Tenor-Saxophon, Trompete, Posaune, Gitarre, Klavier, E-Bass und Schlagzeug. Im Rahmen des anschließenden vierwöchigen „Schnupperunterrichts“ erhalten sie die Gelegenheit, unter Anleitung der Instrumentallehrer vier ausgewählte Instrumente intensiv auszuprobieren. Zum Abschluss dieser Orientierungsphase geben die Schülerinnen und Schüler ihre drei Wunschinstrumente an. Auf der Basis dieser Wünsche und der Auswertung der „Schnupperphase“ erhalten die Kinder ihr Instrument.

Der nun beginnende Instrumentalunterricht (45 Minuten) wird wöchentlich von erfahrenen Instrumentalpädagogen erteilt. Er findet in Kleingruppen bis zu fünf Schülern statt und bildet die Grundlage für das gemeinsame Musizieren im Klassenorchester. Durch die Wahl der Gruppengröße wird gewährleistet, daß ein halbjährlicher Beitrag von 120 € pro Schüler nicht überschritten wird und Sozialfälle berücksichtigt werden können. Kinder, die bereits privat oder an der Musikschule Instrumentalunterricht erhalten, können diesen fortführen.
Der Instrumentalunterricht wird im Anschluss an den regulären Unterricht oder auch während der Arbeitsstunden erteilt. In diesem Fall sind die Schülerinnen und Schüler verpflichtet, die in den Arbeitsstunden nicht erledigten Aufgaben zu Hause zu bearbeiten.

Die Instrumente können in den ersten beiden Jahren gegen eine Leihgebühr zur Verfügung gestellt werden. Die Gebühr beträgt im ersten Halbjahr der 5. Klasse 20 €, im 2. Halbjahr 40 € und in den beiden Halbjahren der 6. Klasse jeweils 80 €. Nach Ablauf dieser Zeit soll jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes Instrument besitzen.


Anmeldung der Schülerinnen und Schüler
Alle Schülerinnen und Schüler, die sich nach dem Besuch der Grundschule für die Gesamtschule entschieden haben, können die Aufnahme in die Musikklasse beantragen.


Eltern fragen - Musiklehrer antworten

Frau S.: „ Unser Sohn hat wohl Interesse, Musik zu machen, konnte aber bisher noch kein Instrument erlernen. Kann er sich trotzdem zur Musikklasse anmelden?“
Herr Pieper: „ Gerade für die Kinder, die aus den verschiedensten Gründen bisher keine Gelegenheiten hatten, ein Instrument zu erlernen, haben wir dieses Angebot in unser Schulprogramm aufgenommen. Wir setzen keine Vorkenntnisse voraus und beginnen sowohl im Instrumentalunterricht als auch im Klassenorchester ganz am Anfang.“

Herr K.: „ Unsere Tochter kann schon ein wenig Querflöte spielen, hat jedoch nach einem Jahr Instrumentalunterricht nicht mehr die große Lust. Was kann man da machen?“
Frau Oltersdorf: „ Ein Instrument alleine zu Hause zu üben ist meist nicht sehr motivierend. Meine Erfahrung ist, dass Kinder wieder schnell mit Interesse dabei sind, wenn sie die Gelegenheit bekommen, in einer Gruppe mitzuspielen. Deshalb wird das im Instrumentalunterricht Gelernte bei uns auch gleich im Klassenorchester angewandt.“

Herr A.: „ Meine Frau und ich haben die Befürchtung, dass vor lauter Musizieren die Hauptfächer zu kurz kommen könnten. Gibt es da bereits Erfahrungen?“
Frau Heß-Wendel: „ Der Anteil der Hauptfächer im Stundenplan bleibt unberührt, so dass ich Sie da beruhigen kann. Wissenschaftliche Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass durch gemeinsames Musizieren die Konzentrationsfähigkeit der Schüler gefördert und die Leistungen in den Hauptfächern positiv beeinflusst wurden. Auch das soziale Klima wird in einer Klasse, die als Gruppe zusammen Musik macht, verbessert.“
Frau M.: „ Was ist, wenn mein Sohn nach zwei Jahren keine Lust mehr hat und aufhören will?“
Frau Schmitz: „ Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass dieses Problem äußerst selten auftaucht. Die Schülerinnen und Schüler fangen im Gegenteil mit großem Eifer an und bleiben dann auch dabei; wahrscheinlich auch deswegen, weil die Klassengemeinschaft sehr stabilisierend wirkt.
Herr T.: „ Welche Instrumente stehen eigentlich zur Wahl?“
Herr Pieper: „ Aus pädagogischen und musikpraktischen Gründen haben wir uns für die Instrumente der sogenannten ‘Big-Band Besetzung’ entschieden. Das sind die Blasinstrumente Querflöte, Klarinette, Saxophon, Trompete und Posaune. Diese Instrumentengruppe wird ergänzt durch Gitarre, Bass, Schlagzeug und Klavier.




Wir über uns Konzepte Bilder Hörbeispiele Auftritte/Presse Aktionen Gästebuch